ICH WOLLTE IMMER IN MEINEM LEBEN AUSBRECHEN.

DRUCK UND AUTORITÄT EMPFAND ICH ALS FEINDE.

MEINE ERZIEHER UND FREUNDE WAREN BÜCHER.

MIT DER MELANCHOLIE KONNTE ICH ENTSCHWEBEN,

KEIN TRAUM OHNE EINSAMKEIT.

Schreibprozess

Bis zur ersten Niederschrift eines meiner Texte vergehen oft mehrere Jahre. Ein Einfall kann zu einem Thema werden, um diesen Kern entwickelt sich allmählich das Gerüst, begleitet von Aufzeichnungen. Dadurch bin ich, wenn ich nicht an der Ausarbeitung eines Buches bin, mit unterschiedlicher Intensität gedanklich zugleich an mehreren Projekten. Fast immer ändert sich im Laufe dieses Prozesses die zugrundeliegende Skizzierung eines Projekts, der Kern aber bleibt, die Aussage modifiziert sich, formal geschieht vieles.

Ich schöpfe hauptsächlich aus dem, was ich kenne und erfahre, auch auf der gedanklichen Ebene. Ich bin ständig auf der Suche. Entsprechend spielen sich meine Arbeiten auf mehreren Wirklichkeitsebenen ab und sind in ihren Bezügen verwoben.

Meine Haltung bleibt sozial und kulturell weiterhin kritisch, das Engagement drückt sich aber nur noch zwischen den Zeilen aus. Der Wunsch nach einer besseren Welt und der Lebenshunger sind vielleicht meine ursprüngliche Antriebsfeder zum Schreiben. Auch meine Figuren versuchen in das einzudringen, was ihnen widerfährt, oder in das, was sie heranholen, doch nicht durch Analyse sondern durch Erleben in ihrer Vorstellung.

(12.6.14, revidiert 31.5.15)